Am Freitag, den 21. Februar 2020 veranstaltet die Cooperative Mensch eG in der Neuen Mälzerei einen Fachtag zum Thema: "Unterstützte Kommunikation und Teilhabe".

Anmeldung unter:  post@co-mensch.de
Es gibt noch ein paar freie Plätze.

Weitere Informationen im Flyer und in der
Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation
Schlangenbader Straße 18, 14197 Berlin, 030-25937565
Claudia Nuß-Jansen: nuss.c@co-mensch.de


Zeit, die wir uns nehmen – ist Zeit, die uns etwas gibt. (Ernst Ferstl)

Verbunden mit unseren Weihnachtsgrüßen bedanken wir uns herzlich für die gute und vertrauensvolle
Zusammenarbeit in 2019. Wir freuen uns, Sie als Partner*in an unserer Seite zu wissen, damit Teilhabe und Selbstbestimmung für alle Menschen erlebbar wird.
Ihnen und Ihren Angehörigen wünschen wir besinnliche Feiertage und für das neue Jahr Gesundheit,
Zufriedenheit und Erfolg.

Herzlich, Ihr Lebenswege-Team



11 Assistenznehmer*innen und einige Assistent*innen haben am ersten Advent Kekse gebacken. Dadurch war es ziemlich voll in der Bäckerei.

Wir haben Ausstechkekse gemacht. Einige waren sehr kreativ und haben Tiere oder Starwars-Figuren gemacht.

Es roch im ganzen Haus nach Keksen und Glühwein. Die Kekse waren lecker.

Wir haben auch Rumkugeln versucht. Das war schwieriger als gedacht.








Fotos: M. Templin

Sein Gegenüber verstehen, verstanden zu werden und sich verständlich zu machen sind wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Pflegeassistenz. Begeistert, wissbegierig und lernfreudig absolvierten 12 Pflegeassistent*innen unseren Deutschkurs für Assistent*innen in der Pflege. Dieser Intensivlehrgang vermittelt pflegerische Fachvokabeln kombiniert mit Alltagsbegriffen und entsprechender Grammatik. Mit praxisnahen Rollenspielen, speziellen Hausaufgaben und vor allem viel Spaß wird das Gelernte gefestigt. Vielen Dank an die hochmotivierten Teilnehmer*innen und die erfahrene, begeisternde Dozentin, Carina Scherer.
Der nächste Kurs startet am 27.10.2020:
  Deutsch für Assistent*innen in der Pflege

Fotos: D. Heitmann/ C. Scherer
Text: D. Heitmann

Regelmäßig findet in unserem Wohngruppenheim Spandau eine Evaluation unseres Wohnangebotes durch nueva statt. Neben den Befragungen und Beobachtungen der Assistenznehmer*innen fanden arbeitsintensive Workshops statt. In diesen Runden saßen Assistenznehmer*innen, Assistent*innen, die päd. Leitung und die Evaluator*innen zusammen. Gemeinsam wurde auf Augenhöhe besprochen, was im Wohngruppenheim gut läuft und was verbessert werden könnte.  Obwohl es wirklich lange Tage waren und die Köpfe vor Konzentration rauchten, wurde in entspannter Atmosphäre viel gelacht. Alle Beteiligten fühlten sich in diesem Setting sehr wohl und wertgeschätzt.

Weitere Informationen zur Evaluation findet ihr hier:

nueva Nutzer-Evaluation | Wohn-Gruppen-Heim

Am 08. Oktober fand der Intensivtag 2019 für alle BEW-Assistenten*innen statt. Der Tag stand ganz unter dem Motto "Bundesteilhabegesetz".

Wir durften Räume des Paritätischen Landesverbandes in Berlin-Wilmersdorf nutzen und hatten somit nicht nur für den Input am Vormittag Platz in einem großen Raum, sondern auch Gelegenheit uns nach dem Mittagessen im FSD Lwerk in der Wilhelmsaue zu Arbeitsgruppen/ workshops in kleinere Räume aufzuteilen.

Der Intensivtag wurde vorbereitet von unseren fleissigen, fachlich versierten Koordinatorinnen und zum Dank mit 47 Teilnehmer*innen ausgesprochen gut besucht.

Wir haben viel gelernt zu den neuen Begrifflichkeiten (z.B. "Leistungserbringer"),  den anstehenden länderspezifischen Regelungen, der Übergangsregel und dem Gesamt- und Teilhabeplanverfahren. Thema war auch der Austausch über die zukünftige Ausrichtung des Leistungsangebots innerhalb der Lebenswege Wohnprojekte. 

DANKESCHÖN an die Organisatorinnen und an alle Teilnehmer*innen!



Fotos: K. Schlepps | M. Hartmann


Am 25. und 26. Oktober findet die Fachtagung "Essen und Trinken bei Menschen mit komplexer Behinderung" statt.
Weitere Infos hier:
https://www.cooperative-mensch.de/index.php?id=222

Herzliche Glückwünsche an Sven Kocar zur neuen Ausstellung "Melodie aus Form und Farbe".
Bis Februar 2020 sind die einzigartigen Kompositionen, Experimente und absichtlich herbeigeführten Zufallstreffer in der Fürst Donnersmarck-Stiftung (Villa Donnersmarck, Schädestraße 13, 14165 Berlin) anzusehen.

Fotos: Facebook Fürst Donnerstmarck-Stifung

Ich habe mein Leben genießen gelernt!

Mit viel Engagement und Improvisationstalent wurde am vergangenen Samstag das 10-jährige Bestehen des Wohnverbundes Wilmersdorf in der Prinzregentstr. 24 gebührend ge  feiert.
Zum Wohnverbund Wilmersdorf gehört ein Appartementhaus (mit 16 barrierefreien Wohnungen) und eine kleine Wohngemeinschaft (mit drei Plätzen). Die 19 Mieter*innen nehmen Leistungen des Betreuten Einzelwohnens und/ oder der Persönlichen Assistenz oder des Persönliches Budgets wahr.
Alle Mieter*innen, Mitarbeiter*innen, Angehörige, Ehemalige und Freunde trugen zum Gelingen des stolzen Jubiläumsfestes und der fröhlichen Feierstimmung bei.
Jacoba Neu, erste Mieterin im Wohnverbund Wilmersdorf, berichtete von ihrem persönlichen Lebensweg bei Lebenswege Wohnprojekte:

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"In der WG fing mein Leben bei Lebenswege an. Ich habe gelernt Kaffee zu kochen, seitdem trinke ich Kaffee. Ich war auf Reisen, habe Freundschaften geschlossen und mein Leben genießen gelernt. Seitdem ich meine eigene Wohnung habe, bin ich selbständig und selbstbewusster geworden ...".

Weitere Mieter*innen und Kolleg*innen wurden ebenfalls kreativ und trugen Geschichten vor, schrieben Gedichte, nähten Girlanden, übten eine Performance ein, backten Kuchen und bereiteten allen gemeinsam einen bunten, vielfältigen Tag mit schönen Begegnungen und vielen leckeren Köstlichkeiten. Nadine, die DJane, sorgte für die passende Musik, die zum Tanzen einlud.
Ein sehr gelungenes Jubiläumsfest bei bestem Wetter und toller Atmosphäre.
Vielen Dank an alle Beteiligten.

Kontakt:In Kooperation mit:
Lebenswege Wohnprojekte GmbH
Appartementhaus
Prinzregentstr. 24
10715 Berlin
Verbundleitung: Meike Templin
wohnprojekte@lebenswege-berlin.de
Neue Lebenswege GmbH
Assistenzpflegedienst "Normales Leben"

Pflegedienstleitung: Ina Frixel
Organisationsleitung: Melanie Tausch
pflegedienst@lebenswege-berlin.de


Fotos: J. Michel | Text: D. Heitmann

Am 3. September lud Ver-di zur Podiumsdiskussion.
Im Mai hatten sich die Tarifkommission und Ambulante Dienste e.V. sowie Neue Lebenswege GmbH auf einen Tarifvertrag geeinigt, ein Novum in diesem Bereich. Allerdings kann der Tarifvertrag nur realisiert werden, wenn er auch refinanziert wird. Die Senatorinnen Breitenbach (Integration, Arbeit und Soziales) und Kalayci (Gesundheit Pflege und Gleichstellung) begrüßten den Tarifvertrag. Von allen Seiten wurden Glückwünsche ausgesprochen. Auch wenn die beiden Senatorinnen nicht persönlich mit am Verhandlungstisch sitzen werden, ihre Häuser sind beteiligt und wir hoffen auf entsprechende Unterstützung. Gute Arbeit braucht gutes Geld und gute Arbeitsbedingungen!
Auf dem Gruppenfoto sind zu sehen, von links nach rechts:
Hans-Werner Fuhlroth, Assistenznehmer ad
Uta Wehde, Geschäftsführung ad
Michael Teumer, Mitgl. Tarifkommission, Betriebsrat, Assistent ad
Elke Breitenbach, Senatorin s.o.
Andreas Wolter, Geschäftsführung Phönix
Philipp Oehme, Geschäftsleitung Neue Lebenswege (NLW)
Jan Lensing, Mitgl. Tarifkommission, Betriebsrat, Assistent NLW

https://www.facebook.com/Lebenswege-f%C3%BCr-Menschen-mit-Behinderungen-907402816011617/

Einladung zur Podiumsdiskussion heute am
Dienstag, 3. September 2019
,
19.00 Uhr bis 21:30 Uhr in der
ver.di-Landeszentrale,
Köpenicker Straße 30 (Eingang Köpenicker Straße/Engeldamm),
6. Etage, Raum 6.06 – siehe auch die Einladung mit weiteren Infos

Diese Veranstaltung ist öffentlich. Insbesondere auch Assistenznehmer*innen sind willkommen!

Weitere Infos hier: http://www.labournet.de/branchen/dienstleistungen/gesund/gesund-arbeit/erstes-tarifergebnis-bei-berliner-assistenzbetrieben/

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Seit dem 16. Mai 2019 warten die mehr als 1.000 persönlichen Assistent/inn/en für Menschen mit Behinderungen von Ambulante Dienste e.V. und Neue Lebenswege GmbH auf die Umsetzung des im Mai von den Tarifparteien unterschriebenen Tarifvertrages. Der Tarifvertrag wurde unter Refinanzierungsvorbehalt gestellt, und die Vergütungsverhandlungen mit den Pflegekassen und dem Senat lassen auf sich warten. Deshalb lädt ver.di zu einer Podiumsdiskussion am Dienstag, dem 03. September 2019, in der Zeit von 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr. Die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach und die Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Dilek Kalayci werden sprechen. Der Vorstand der AOK-Nordost, Frank Michalak wurde eingeladen. Weiter werden für die Geschäftsführungen Uta Wehde, für die Assistenznehmer/innen Hans Werner Fuhlroth und für die Tarifkommissionen Michael Teumer und Jan Lensing sprechen. Moderieren wird die Geschäftsführerin des Vereins demokratische Ärzte Dr. Nadja Rakowitz. Im Fokus stehen die Fragen der Anerkennung der persönlichen Assistenz für Menschen mit Behinderungen, der Tarifautonomie und der Umsetzung von Tarifverträgen bei Freien Trägern in Berlin…” Pressemitteilung vom 30.08.2019 von und bei ver.di Berlin-Brandenburg



DENK.MAL INKLUSIV

DENK.MAL INKLUSIV - Inklusive Streetart-Workshops vom 07.-08.09.2019 am Tag des offenen Denkmals
Teilnahme kostenlos. Anmeldung erforderlich unter:
https://tuechtig-berlin.de/events/

Christian Huge (47) ist Assistenznehmer und wohnt im Appartementhaus der Neuen Lebenswege in der Prinzregentenstraße. Wir sprachen mit ihm und seiner Assistenz Arthur Tsymbalyuk über seinen Alltag, das Leben mit Assistenz sowie seine Haltung zu den aktuellen Entwicklungen des Bundesteilhabegesetzes.

Herr Huge, wir freuen uns, dass Sie die Zeit für ein Gespräch gefunden haben. Würden Sie unseren Lesern sich und Ihren beruflichen Alltag kurz vorstellen?


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Ich habe Sozialarbeit studiert und viele Jahre in der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung gearbeitet, seit Oktober letztes Jahres absolviere ich außerdem eine berufsbegleitende Ausbildung, bzw. Studium zum Diakon. Zwischendurch beteilige ich mich immer wieder an kleinen Projekten, im letzten Jahr zum Beispiel im Amt für kirchliche Dienste. Dort habe ich barrierefreie Initiativen mitbegleitet und bin über die Projektleitung „Kirchentag Barrierefrei“ 2017 zu diesem Projekt gekommen. In der nächsten Woche bin ich wieder in Schulklassen für angehende Ergotherapeuten und mache generell sehr bunte Dinge. Unter anderem gestalte ich bei Lebenswege einen Qualifikationskurs für Menschen, die gerade mit Assistenz beginnen, also Assistenzgeber, bei dem es um Selbstbestimmung geht.


Wie lange wohnen Sie bereits in der Prinzregentenstraße und seit wann nutzen Sie Ihre Assistenz?

Dort lebe ich mittlerweile im zehnten Jahr, seit der Eröffnung im September 2009. Ich war tatsächlich der erste Bewohner. Es handelt sich um ein Appartementhaus, jeder von uns Mietern hat ein eigenes Team und eine eigene Wohnung. Wir sind 17 Mieter und eine kleine WG, in der drei Menschen zusammenwohnen, die mit einer nonverbalen Verständigung unterwegs sind. Assistenznehmer bin ich, seit ich bei den Lebenswegen bin. Das erste Mal mit Assistenz überhaupt in Berührung gekommen bin ich im Rahmen der Arbeitsassistenz 2003 im Berliner Zentrum für Selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen.


Arthur, wie lange kennst du Herrn Huge?

Arthur Tsymbalyuk: Wir kennen uns seit mittlerweile sieben Jahren.

Christian Huge: Wir kennen uns schon ein paar Jahre, Arthur ist heute im Vertretungsdienst, mein Team konnte den Dienst nicht abdecken. Für mich einer der großen Vorteile und Grund, warum ich meine Assistenz über einen Assistenzdienst beziehe: Wenn ein Dienst durch das Team nicht abgedeckt werden kann, ist immer Vertretung vorhanden. Mit dem ein oder anderen Vertreter ist man länger bekannt und andere sind wiederum neu.


Können Sie uns etwas über Ihren Alltag erzählen und wie Sie diesen individuell gestalten?

Das ist unterschiedlich, ich bin aber generell ein Mensch, der sehr viel unterwegs ist. Sie fragten ja nach meinem Alltag, vielleicht kurz dazu: Ich bin zum Beispiel ein Mensch, der sehr gerne kocht. Das ist mir aber erst möglich ab dem Zeitpunkt, seitdem ich fest mit Assistenz lebe. Das heißt, dass ich gerne abschmecke oder auch mal eine Paprika schneide, aber wenn ich eine Paprika schneide, muss die vorgeschnitten sein. Wenn ich sage, ich koche, kann das natürlich viele Stunden dauern. Natürlich schneiden wir dann zusammen und ich kann keine heißen Töpfe heben etc. Für mich ist wichtig, ich sage: ich koche und ich schmecke ab, dann muss ich auch sagen: ich habe es versalzen. Dabei benötige ich generell Assistenz, egal ob ich für mich oder für das Team koche. Wenn wir sagen, wir kochen zusammen und sprechen uns darüber ab, dann sind wir beide schuld, wenn es versalzen ist.


Und in welchem Maße nutzen Sie Ihre Assistenz im Alltag?

In der Regel stehe ich zwischen 9 und 12 Uhr auf, meine Pflege muss komplett übernommen werden. Danach gehe ich in der Regel zu meinem Sport, der Physiotherapie, man muss ja die Kalorien, die man sich anisst, zumindest gefühlt auch wieder loswerden. Anschließend habe ich in der Regel, je nach Tagesplan, so ab 15 oder 17 Uhr wieder Assistenz und dann in der Regel bis 22 Uhr, falls ich nicht abends unterwegs bin. Dann kann die Assistenz auch um 0 Uhr einsetzen und bis 3 Uhr gehen. Meine Ausbildung findet in Blöcken statt, die beginnen um 8 Uhr, da können meine Dienste bereits um 5 Uhr anfangen. Das hat Vorteile, weil mein Leben sehr abwechslungsreich ist, was viele meiner Assistenten freut – sie begleiten mich auch auf Reisen. Viele Assistenznehmer haben einen total geregelten Tagesablauf, in diesen Fällen sind die Zeitpläne der Dienste klar. Bei mir ist das nicht so, das kann Vorteile für das Team haben, aber auch Nachteile.


Arthur, kommt dir diese Abwechslung in deinem Berufsalltag entgegen oder sind dir langfristig geregelte Tagesabläufe lieber?

Arthur Tsymbalyuk: Nein, ich habe noch einen weiteren Assistenznehmer, dessen Alltag auch recht bunt ist, aber für mich als Assistenten ist es spannender, wenn man einen abwechslungsreichen Tag hat. Wenn man zum Beispiel mit Christian unterwegs ist, lernt man den Menschen auch viel besser kennen.

Christian Huge: Zu jedem meiner Assistenten habe ich ein komplett anderes Verhältnis. Von der reinen Dienstleistung bis zur echten Freundschaft ist alles dabei. Da ist auch das Verhältnis von Distanz und Nähe ein wichtiges Thema, mit dem beide beteiligte Menschen gut umgehen können müssen.


Wenn Sie sich an den Beginn Ihrer Assistenz erinnern – war dieses Verhältnis von Nähe und Distanz ein schwieriger Lernprozess, für beide Seiten?

Ich fand es nicht schwierig, wobei es immer Unterschied gibt. In der Regel habe ich ein Team von fünf und acht Menschen und jeder dieser Menschen tickt anders. Die Grundgeschichte muss ich natürlich mit jedem machen, aufstehen, duschen, Wäsche waschen und solche Geschichten. Im Laufe der Zeit hat sich gezeigt, dass ich mit dem einen mehr das, mit dem anderen mehr das machen möchte. Wenn ich weiß, der eine kocht lieber, dann versuche ich, mit diesem Menschen zusammen zu kochen. Und der andere Mensch kann mich gut am PC unterstützen, mit wieder einem anderen gehe ich schwimmen.


Einem Thema, dem wir aktuell immer wieder begegnen, sind die Entwicklungen rund um das Bundesteilhabegesetz. Wie Ist Ihr Standpunkt zu diesem Gesetz und den Auswirkungen für die Eingliederungshilfe?

Eine schwierige Frage. Für mich ist generell die Selbstbestimmung wichtig, dass man eine Wahlmöglichkeit hat. Was der jeweilige Mensch möchte und dass nicht gesagt wird, weil du zu stark behindert bist, kommst du in eine Einrichtung, weil es ansonsten zu teuer wäre. Und auch wenn ich mich wiederhole: Für mich ist wichtig, dass man Wahlmöglichkeiten hat, dass man über seine Rechte Bescheid weiß und dass es Organisationen gibt, die über Rechte aufklären. Meine Erfahrung ist, dass Ämter sowas in der Regel recht selten tun. Vieles, was das BTHG betrifft, ist jetzt noch in der Erprobungsphase. Und soweit ich das mitkriege, weiß ja bis heute noch niemand ganz genau, was alles passieren wird.


Sie sprachen gerade schon vom Bürokratieaufwand, aber auch von der Selbstbestimmung. Die Intentionen des BTHG, ausgehend von der UN-Behindertenrechtskonvention 2009, begrüßen Sie aber?

Natürlich begrüße ich das sehr, nur es ist schade, dass es bisher nur Papier ist und häufig nicht so umgesetzt wird. Um meine Hilfsmittelversorgung muss ich zum Beispiel ständig kämpfen und das bindet natürlich auch ziemlich viele Ressourcen. Und von einigen Stellen wird es ja nur als Spargesetz gesehen, das sehe ich kritisch, weil dann die Wahlmöglichkeit nicht mehr gegeben ist. Ich bin froh, dass es Vereine gibt, wie der Verein aus dem ich komme, der Peer-Beratung leistet. Im Rahmen des BTHG gibt es ja auch die unabhängige Teilhabeberatung, bei der Menschen mit Behinderungen Menschen mit Behinderungen beraten. Dann gibt es ja noch freie Träger wie Lebenswege oder andere, die auch beraten und zudem eine völlig andere Beratung bieten als Ämter.


Gibt es abschließend etwas, was Sie sich für die Zukunft wünschen würden?

Was ich mir wünschen würde, dass man als Mensch mit Behinderung nicht immer um Rechte kämpfen muss, bzw. dass man generell als Mensch mit Behörden nicht kämpfen muss. Aber das ist wahrscheinlich der Struktur einer Behörde geschuldet, der Sparzwang, Druck von oben etc. Aber ich und viele Menschen, die in ähnlichen Situationen stecken, haben bestimmt einen Eindruck gemeinsam. Es kostet zwar alles Geld, was mich und viele Menschen in ähnlicher Position aber am meisten stört: dass wir immer als Kostenfaktor gesehen werden. Wir finanzieren ja auch viele Arbeitsplätze, in der Pflege, Verwaltung, der Hilfsmittelversorgung; wenn wir keine Hilfe mehr bekommen, wären auch die Menschen, die Hilfsmittel herstellen, egal ob Rollstühle oder Hörgeräte, auf alle Fälle wäre der Hilfsmittelsektor betroffen. Insofern, es kostet zwar einiges, das gebe ich gerne zu, aber wir geben es ja nicht für uns aus, sondern geben es in den Kreislauf zurück. Menschen mit Behinderungen wollen sich für ihre und andere Menschenrechte einsetzen und sich dabei frei und inklusiv bewegen können. Diese stehen zum Beispiel in der UN-BRK und sind seit 2009 geltendes Recht in der Bundesrepublik. Wenn diese Rechte für alle Menschen umgesetzt werden, ist niemand mehr ein Kostenfaktor und die Welt wäre bunter als heute.

Text & Foto: P. Steiner
Quelle: https://www.cooperative-mensch.de/index.php?id=246


Foto: Frank Klix | Bild: K. Maltzahn

Unser Wohngruppenheim in Spandau wird 20 Jahre alt! Das wollen wir mit euch feiern.
WANN: Samstag, 17.08.2019 ab 15.00 Uhr
WO: Hof Hort Goldmühle, Goldbeckweg 21, 13599 Berlin

Mit einem leckeren Buffet und gekühlten Getränken wollen wir einen entspannten Sommernachmittag verbringen.
Die Lebenswege-Spandau-Crew freut sich auf Euch.
Herzliche Grüße aus der Festvorbereitung von
Frank Klix, Myriam Laufer, Andreas Jurgahn, alle weiteren Teamkolleg*innen und Assistenznehmer*innen

Unser Angebot ist besonders, individuell und persönlich - Persönliche Assistenz eben. Der MDK hat am 05.06.2019 unsere Leistungen dieses Jahr wiederholt mit der Note 1,0 gewürdigt.
Unser Dank gilt unseren Assistent*innen und Koordinator*innen für die engagierte Arbeit. Die MDK Benotung ist der beste Beweis, dass formale Ansprüche und Idealismus eines Konzeptes zusammen gehen können.
Eurer Leitungsteam Ina Frixel (Pflegedienstleitung), Melanie Tausch (Organisationsleitung)

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